Private Krankenversicherung wechseln 2020:
So wechseln Sie Ihre bestehende private Krankenversicherung zu einem anderen Versicherer richtig

Wechsel der bestehenden privaten Krankenversicherung zu einem anderen Versicherer

 Grundsätzlich sollte regelmäßig geprüft werden, ob Ihr Tarif noch zu Ihren Bedürfnissen passt und ob die Prämie gerechtfertigt ist. Ein unverbindlicher Vergleich und eine Analyse der verschiedenen Anbieter für private Krankenversicherungen sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Welche Möglichkeiten es gibt, eine private Krankenversicherung zu wechseln, lässt sich nicht immer gleich beantworten. Unabhängig davon, ob Sie schon lange, oder gar erst seit kürzerer Zeit privat versichert sind, Sie werden gegenüber dem neuen Versicherer immer als Neukunde behandelt.

Möchten Sie die private Krankenversicherung wechseln, weil diese möglicherweise zu teuer geworden ist, oder weil Ihnen das bisherige Leistungspaket nicht mehr zusagt; entscheidend für die Prämienkalkulation sind Ihr Alter und Ihr Gesundheitszustand am Tag der Antragstellung.

Sind Sie schon seit Jahren privat versichert und möchten Ihre private Krankenversicherung wechseln, so gibt es zwei wichtige Zeitzonen, die auf jeden Fall berücksichtig werden sollten:

  • Zu den ab 2009 abgeschlossenen Verträgen hat der privat Versicherte einen Anspruch auf die Übertragung von den bisher angesammelten Alterungsrückstellungen.
  • Bei den vor 2009 abgeschlossenen Policen hat der Wechselwillige keinen Anspruch auf die Übertragung von Alterungsrückstellungen, diese bleiben beim bisherigen Versicherer.

Das seitens Ihres privaten Krankenversicherers erstellte Anschreiben an Sie, in dem er Auskunft über die Ihrerseits bisher gesammelten Alterungsrückstellungen gibt, dient also als wichtige Entscheidungsgrundlage bei der Frage nach einem Wechsel der privaten Krankenversicherung.

Private Krankenversicherung ab 2009

Bei allen Verträgen mit Abschluss ab 2009 gilt, dass der Versicherungsnehmer einen Anspruch auf seine Alterungsrückstellungen hat. Dies bringt dem Versicherungsnehmer bei einem Wechsel einen Beitragsvorteil gegenüber dem neuen Versicherer, weil er die Alterungsrückstellungen mitnehmen darf. Möchten Sie die private Krankenversicherung wechseln, wird im ersten Schritt ein Antrag bei dem Versicherer Ihrer Wahl gestellt. Sobald der Antrag angenommen wurde, erhält der Kunde einen Versicherungsschein mit der ausgewiesenen Tarifprämie. Ist der Wechsel dokumentiert, überträgt der bisherige Versicherer die angesammelten Alterungsrückstellungen an den künftigen Versicherer. Dies geschieht unaufgefordert und wird zwischen den beiden Versicherern ohne weitere Formalitäten abgewickelt. Sind die Alterungsrückstellungen übertragen worden, lässt der neue Versicherer diese angesammelte Summe in seine Prämienkalkulation einfließen. Diese bringt eine Ersparnis auf die bisher errechnete Tarifprämie und für die Zukunft mehr Planungssicherheit für Sie als Kunden. Je höher die angesammelten Alterungsrückstellungen sind, desto größer wird die Reduzierung der künftigen Versicherungsprämie ausfallen.

Private Krankenversicherung vor 2009

Möchten Sie Ihre private Krankennversicherung wechseln, sind aber schon seit 2008 oder früher bei einer privaten Krankenversicherung versichert, dann haben Sie keinen Anspruch auf Übertragung von Alterungsrückstellungen. Die beantragte Versicherungsprämie ist dann fix. Oft wird von einem Wechsel von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen privaten Krankenversicherung abgeraten – vor allem dann, wenn man sich schon so lange einem Versicherer anvertraut hat. Tragen Sie sich dennoch mit dem Gedanken, Ihre private Krankenversicherung zu wechseln, sollten Sie dabei sehr sachlich und überlegt vorgehen.

Mögliche Gründe für Beitragserhöhungen Ihres privaten Krankenversicherers

Wenn der bisherige private Krankenversicherer ständig seine Beiträge erhöht und das Prämienniveau seiner Mitbewerber deutlich überholt, stellt sich die Frage nach den Gründen.

Trotz eines höheren Eintrittsalters, bieten die Mitbewerber vergleichbaren Krankenversicherungsschutz zu deutlich günstigeren Konditionen an. Zum Beispiel halten Sie schon seit 10 Jahren bei einem Versicherer eine Police und eine andere private Krankenversicherung bietet Ihnen bei höherem Eintrittsalter einen gleichwertigen Versicherungsschutz an, der jedoch deutlich günstiger ist.

Seitens des privaten Krankenversicherers wird oft argumentiert, dass die Kosten gestiegen sind, dass die Zinsen gefallen sind und dass die Erhöhungen innerhalb eines normalen Rahmens liegen würden.

Geht man der Sache allerdings auf den Grund, wird recht schnell deutlich, dass die Ursachen häufig woanders zu finden sind. Überdurchschnittlich hohe Beiträge deuten in der Regel auf ein Missmanagement des privaten Krankenversicherers hin. Oftmals wird mit zu hohen Kosten gearbeitet, die Beiträge wurden in der Vergangenheit falsch kalkuliert, aufgrund der ständigen Erhöhungen sind zu viele Kunden abgewandert und haben sich einem anderen privaten Krankenversicherer anvertraut. Die Einnahmen und Ausgaben des privaten Krankenversicherers verlieren so schnell an Gleichgewicht. Der Versicherer muss handeln und reagiert mit entsprechenden Beitragserhöhungen.

Offene und geschlossene Tarife

Ein geschlossener Tarif bedeutet, dass der Versicherer zu diesem Tarif keine neuen Kunden mehr aufnimmt. Die geschlossenen Tarife werden nicht mehr angeboten und somit kann es keine Neuzugänge mehr geben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kosten der geschlossenen Alttarife deutlich höher steigen, als im Vergleich zu den offenen Tarifen eines Versicherers.

Neue Tarife werden entwickelt und versicherungsmathematisch kalkuliert, die Versicherungsbedingungen werden abgeändert und auf die Bedürfnisse der medizinischen Behandlungsmethoden angepasst. In vielen Bereichen der Medizin finden ständig innovative Veränderungen und Verbesserungen statt, welche auch deutlich teurer sind, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Demnach werden ältere Tarife geschlossen, da diese nicht mehr zu den Ansprüchen der Kunden passen oder für den Kunden nachteilige Bedingungen abbilden. Dies hat zur Folge, dass keine Neuzugänge generiert werden können und diese geschlossenen Tarife vergreisen.

Die Menschen in den geschlossenen Alttarifen werden immer älter und verursachen im Durchschnitt deutlich mehr Kosten, als wenn ständig jüngere Menschen ins Kollektiv dazu kämen. Grundsätzlich darf dieser Umstand jedoch nicht der Grund für überhöhte Versicherungsbeiträge sein. Denn hat der privaten Krankenversicherer in der Vergangenheit seine Tarife und Rücklagenbildung solide kalkuliert, dann kann er die steigenden medizinischen Kosten für ältere Menschen ausgleichen. Dies kann nur funktionieren, wenn der Krankenversicherer stetig Neukunden gewinnt und seine Versicherten mit einem guten und beitragsstabilen Krankenversicherungsschutz an sich bindet.

Wann macht ein Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung Sinn?

Grundsätzlich sollte regelmäßig geprüft werden, ob Ihr Tarif noch zu Ihren Bedürfnissen passt und ob die Prämie Ihres privaten Krankenversicherers gerechtfertigt ist. Ein unverbindlicher Vergleich und eine Analyse zu den Mitbewerbern sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Möchten Sie Ihre private Krankenversicherung wechseln, zum Beispiel aufgrund erhöhter Beiträge, so sollte in einem ersten Schritt geprüft werden, ob für Sie nicht ein Wechsel innerhalb Ihrer bestehenden privaten Krankenversicherung angebracht wäre.

Denn wenn Ihr bestehender Vertrag in den vergangenen Jahren immer teurer wurde, haben Sie das Recht auf ein Umstellungsangebot innerhalb Ihrer privaten Krankenversicherung. Ihr Anbieter muss Ihnen eine Alternative anbieten. Ob diese dann für Sie besser sein wird, gilt es zu prüfen.

Auf Anfrage nach einem Wechsel innerhalb der bestehenden Krankenversicherung wird Ihnen Ihr Versicherer in der Regel einen höheren Selbstbehalt anbieten und die Leistungen Ihres Tarifes herunter fahren, damit die Prämie für Sie günstiger wird. Dies würde augenscheinlich die gewünschte Beitragsersparnis bewirken, jedoch müssen Sie im Krankheitsfall viele Kosten aus eigener Tasche zusätzlich zahlen. Hier gilt es zu bedenken, dass Sie diesen hohen Selbstbehalt mit ins Rentenalter nehmen werden. Mit dem Älterwerden verschlechtert sich in der Regel die Gesundheit und der Bedarf an medizinischer Versorgung wird sich aller Voraussicht nach deutlich erhöhen.

Bietet Ihnen der private Krankenversicherer also nur eine Erhöhung der Selbstbeteiligung an oder reduziert er den Versicherungsschutz, sind Sie in einem geschlossenen Tarif und ein Umstellungsangebot zu einem offenen Tarif bringt Ihnen ebenfalls keinerlei Vorteile, macht ein Wechsel innerhalb der bestehenden privaten Krankenversicherung absolut keinen Sinn. Kann Ihnen Ihre aktuelle private Krankenversicherung keine für Sie adäquate Lösung anbieten, ist es empfehlenswert, alle Mitbewerber zu vergleichen und nach einer soliden und für Sie passgenauen Lösung bei einem anderen privaten Krankenversicherer zu suchen.

Wann ist ein Wechsel der privaten Krankenversicherung möglich und sinnvoll?

Einige private Krankenversicherer verzeichnen leider einen stetigen Kundenrückgang. Beitragserhöhungen, schlechte Erreichbarkeiten und lange Abrechnungszeiten sind oft der Grund dafür. Der gesunde Mensch plant einen Wechsel und sucht sich einen privaten Krankenversicherer mit einem ansprechenden Preis-Leistungsverhältnis.

Ihre private Krankenversicherung wird Ihnen die Beitragserhöhungen sicherlich mit vielen „berechtigten Gründen“ erläutern. Gleichzeitig wird sie Ihnen aus Eigeninteresse davon abraten einen Wechsel vorzunehmen, da Sie zum einen möglicherweise von einem anderen privaten Krankenversicherer gar nicht mehr aufgenommen und Sie zum anderen die hohen Alterungsrückstellungen verlieren würden. Zudem müssten Sie aufgrund Ihres höheren Alters höhere Prämien zahlen.

Betrachtet man die Situation sachlich und neutral, lässt sich relativ leicht bewerten, ob ein Wechsel des privaten Krankenversicherers Sinn macht, oder nicht.

Planen Sie, Ihre private Krankenversicherung zu wechseln, so sollten Sie folgendes wissen und für sich bewerten:

  • Wieviel kann ich heute bei einem Wechsel der privaten Krankenversicherung pro Monat/Jahr sparen?
  • Was bringen mir die sogenannten Alterungsrückstellungen meiner bisherigen privaten Krankenversicherung, wenn deren Beiträge deutlich teurer sind und ich ja dann auch mit einem sehr hohen Beitrag in Rente gehe?
  • Was genau bewirken diese Alterungsrückstellungen meiner privaten Krankenversicherung überhaupt und wann greifen diese?
  • Welche Vorteile bringt es mir, wenn ich innerhalb meiner privaten Krankenversicherung einen anderen Tarif annehme?
  • Welche Vorteile habe ich, wenn ich das Angebot eines anderen privaten Krankenversicherers annehme?
  • Gibt es Anbieter, welche mich heute mit günstigen Prämien locken und dann morgen auf einmal mit Ihrer Prämie nach oben schießen?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele meiner Mandant*innen trotz langer Vorversicherungszeiten gut damit gefahren sind, den Anbieter zu wechseln.

Möchten Sie Ihre private Krankenversicherung wechseln, empfiehlt es sich zunächst Kontakt zu dem neuen Versicherer aufzunehmen, um zu prüfen, ob Ihr Antrag angenommen würde. Ich biete meinen Kund*innen eine anonyme Risikovoranfrage, um abzuklären, ob der Wunschversicherer Ihrem Antrag zustimmt und wie die zukünftige Prämie aussieht.

Die private Krankenversicherung wechseln können allerdings nur Menschen vor dem vollendeten 60. Lebensjahr, welche nicht erheblich vorerkrankt sind. Erhebliche Vorerkrankungen in diesem Sinne sind zum Beispiel psychische Vorerkrankungen, Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Der privat Versicherte, welcher bereits unter erheblichen Vorerkrankungen leidet, kann also nicht mehr zu einem anderen privaten Krankenversicherer wechseln.

Der Wechsel von einer gesetzlichen Krankenversicherung zu einer privaten Krankenversicherung

Ein Angestellter kann erst dann in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sein regelmäßiges Einkommen über 62.550 Euro pro Jahr liegt.

Für Selbstständige und Freiberufler gilt dies nicht, sie können sich frei entscheiden und sofort in die private Krankenversicherung wechseln.

Voraussetzung für den Wechsel von einer gesetzlichen in die private Krankenversicherung ist eine Kündigungsfrist von 2 Monaten. Unterliegen Angestellte, Freiberufler oder Selbstständige einem Statuswechsel, so können diese zum nächsten Monatsersten einen Wechsel in die private Krankenversicherung beantragen.

 

Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung

Möchten Sie als Angestellter von Ihrer privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, so ist dies nur dann möglich, wenn Ihr Einkommen unter 62.550 Euro pro Jahr fällt. Dies kann insbesondere bei Arbeitszeitverkürzung, Elternzeit oder Jobwechsel der Fall sein. Sie werden dann wieder versicherungspflichtig und müssen sich einer gesetzlichen Krankenkasse anschließen.

Für Selbstständige gelten andere Regeln. Wenn Sie als Selbständiger in der privaten Krankenversicherung sind, das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dann aber in ein Angestelltenverhältnis wechseln und Ihr Einkommen unter 62.550 Euro pro Jahr liegt, werden Sie automatisch versicherungspflichtig und müssen sich sogar einer gesetzlichen Krankenkasse anschließen. Ein Verbleib in der privaten Krankenkasse als Angestellter ist nur bei einem Einkommen ab 62.550 Euro pro Jahr möglich.

 

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